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Simone de Beauvoir – Das andere Geschlecht

Zitate und schlaue Gedanken aus dem Buch

Das konservative Bürgertum sieht in der Emazipation der Frau wieterhin eine Gefahr, die seine Moral und seine Interessen bedroht. Manche Männer fürchten die weibliche Konkurrenz. […]

Ein Vorteil, den die Unterdrückung den Unterdrückern verschafft, besteht darin, daß noch der geringste von ihnen sich überlegen fühlt: […] Ebenso hält sich auch der minderwertigste männliche Wesen den Frauen gegenüber für einen Halbgott.

Der Mensch ist keine natürliche Spezies, er ist eine historische Idee. Die Frau ist keine feststehemde Realität, sondern ein Werden. […] Was so viele Diskussionen verfälscht, ist, daß man die Frau, wenn man die Frage nach ihren Fähigkeiten stellt, auf das beschränken will, was sie gewesen ist, was sie heute ist. Tatsache ist aber auch, daß man bei der Beurteilung eines Wesens, welches Transzendenz und Überschritung ist, nie zu einem Abschluss kommen kann. (S.59)

Begriffserklärung (vereinfacht, weil ich bin keine Philosphin ok):

Transzendenz: Gegenteil der Immanenz (verharren), also das sich Weiterentwickeln, über sich selbst hinauswachsen

Übel gutes Gegenargument für die Mausis, die sich anhören müssen: „aber Männer sind das stärkere Geschlecht“:

Wenn das physiologisch gegebene (etwa die geringe Muskelkraft [der Frauen]) eine Bedeutung bekommt, wird sogleich deutlich, daß diese Bedeutung von einem ganzen Kontext abhängt: die „Schwäche“ zeigt sich als solche nur im Licht der Ziele, die der Mensch sich setzt, der Instrumente, über die er verfügt, und der Gesetze, die er sich auferlegt. Wenn er die Welt nicht erfassen wollte, hätte die Idee des Zugriffs auf die Welt keinen Sinn. Wenn bei diesem Erfassen der voll Einsatz der Körperkräfte nicht erforderlich ist, heben sich unterhalb des brauchbaren minimums die Unterschiede auf. Wo die Sitten Gewaltanwendung verbieten, kann die Muskelkraft keine Herrschaft begründen. (S. 59-60)

SAY IT AGAIN!!

Wo die Sitten Gewaltanwendung verbieten, kann die Muskelkraft keine Herrschaft begründen.

Simone De Beauvoir – Das andere Geschlecht